Früher strahlten sie über dem berühmten Las Vegas Boulevard, beleuchteten Kasinos, Hotels und Restaurants. Heute können Besucher der Spielerstadt die alten Reklametafeln im “Neon Museum” bestaunen.

Der Umgang mit verblassenden Hotel-Legenden fällt in Las Vegas eher unsentimental aus. Im Fall des “Stardust”-Kasino-Resorts knallte zuerst ein imposantes Feuerwerk in den Abendhimmel Nevadas. Dann gab es einen Countdown.

Und schließlich erfolgte der endgültige Abschied durch eine Sprengung mit einem mächtigen Wumms: Innerhalb weniger Sekunden fiel am Abend des 13. März 2007 das Hotel in einer mächtigen Staubwolke in sich zusammen – und mit ihm ein halbes Jahrhundert Geschichte der Glücksspielmetropole. Es sollte Platz geschafft werden für den bis heute nicht gebauten Entertainment-Komplex “Echolon”.

Vom “Stardust” überlebt hat nur das große Neon-Schild, das seitdem im Neon Museum ausgestellt ist, auf einem eingezäunten Open-Air-Gelände am nördlichen Ende des Las Vegas Boulevard.

Formen, Farben, Buchstaben

Es gehört zu den wichtigsten der bislang über 150 geretteten Schilder, die in einer durchdachten und kunstvollen Unordnung mit sich überlappenden Formen, Farben und Buchstaben auf dem staubigen Sandboden arrangiert sind.

Immer wieder lassen sich so neue Details entdecken: ein überdimensionales Cocktailglas mit stilisierter Limettenscheibe etwa, die Neon-Glocken der “Mon Bel Ami Wedding Chapel” oder ein rostiger Riese mit Vokuhila-Frisur und Billard-Queue.

“Die Schilder wurden so angeordnet, dass sie in einer losen Folge die jüngere Geschichte von Las Vegas erzählen”, erklärt Danielle Kelly vom Neon Museum, als der Rundgang bei den Neon-Überbleibseln aus Downtown beginnt, dem Bezirk, wo die Wurzeln des Glücksspielmekkas liegen.

Relikte des Strip

Es folgen Schilder der damals aufkommenden Motels, kleinerer Shops und schließlich Relikte des Strip, wie der Las Vegas Boulevard auch genannt wird.

Doch anders als beim Strip, der seinen Charme vor allem nachts durch ein verschwenderisches Neonlichtermeer entfaltet, entwickeln die Ausrangierten ohne Strom eine ganz eigene Schönheit: Im hellen Tageslicht ist ihnen ihr Alter anzusehen, die Patina und Zeichen des Verfalls, die nicht wegpoliert werden.

Hier und da ist der Lack ein wenig abgeplatzt. Manchmal werden Roststellen sichtbar. Glühlampen fehlen.

Nostalgisch durchdrungen legen die Schilder Spuren in längst vergangene Zeiten dieser Stadt, die sich in ihrer rapiden Dauererneuerung viel lieber mit immer neuen Superlativen und Sensationen überbietet, als Altes zu bewahren.

“Diese Schilder sind wichtig für die Geschichte von Las Vegas und Teil unserer Identität. Sie haben unsere Kultur stark geprägt”, sagt Kelly, die wie alle anderen Beschäftigten des Neon Museum Künstlerin ist.

“Es hat sich zwar mittlerweile etwas verändert, aber die Architektur in Las Vegas bestand ursprünglich nur aus flachen, schmucklosen Bauten mit ein oder zwei Stockwerken.”

 

Wir haben das Neon Museum auch schon besucht. Hier unser Reisebericht dazu.

 

Den kompletten Artikel findest Du bei Welt Online

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