Neue Economy-Klassen im Flugzeug: Fliegen, so unkomfortabel wie möglich

Um nicht von den Billigfliegern abgehängt zu werden, verkaufen immer mehr etablierte Airlines Tickets zum Schnäppchentarif. Wer darauf einsteigt, muss einiges über sich ergehen lassen.

Gellinger / Pixabay

Wer den neuen Billigtarif von United Airlines bucht, wird behandelt wie das Letzte: im wahrsten Sinne des Wortes. Erst wenn alle anderen Fluggäste schon eingestiegen sind in die wartende Maschine, dürfen die Inhaber der Basic-Economy-Tickets zum Boarding-Schalter gehen.

Nicht ohne vorher nochmals genau gefilzt zu werden, versteht sich. Denn Handgepäck, das nicht unter den Sitz passt, dürfen die Sparfüchse nicht mehr mitnehmen. Und wenn sie das Personal doch dabei ertappt, müssen sie das Gepäck aufgeben und Strafe zahlen: 25 Dollar plus die Gepäckgebühr. Spätestens dann wird sich der Basic-Bucher als Paria-Passagier fühlen.

Fluggäste haben einiges hingenommen in den vergangenen Jahren: immer engere Sitzreihen. Immer neue Gebühren für Gepäckaufgabe, Check-in am Schalter, Kreditkartenzahlung und Sitzplatzreservierung. Horrende Preise für das Pappsandwich und lauwarmen Kaffee oder zu Rubbellosverkäufern mutierte Flugbegleiter. Die meisten dieser „Innovationen“ haben die Billigflieger eingeführt, um ihre Basispreise kleinzurechnen -- und viele traditionelle Gesellschaften haben abgekupfert.

Jetzt aber übernehmen drei einstige US-Vorzeigelinien die Führung im Wettlauf nach unten: United, Delta und neuerdings auch American Airlines bieten Basic-Economy-Tickets an. „Dieses neue Produkt gibt uns die Möglichkeit, effektiver mit der wachsenden Zahl von Ultra-Billigfliegern zu konkurrieren“, sagt American-Airlines-Chef Robert Isom. Am 10. Februar soll der Verkauf starten.

Zwischen 20 und 50 US-Dollar können Basic-Economy-Käufer in der Regel gegenüber normalen Holzklassetickets sparen. Dafür machen ihnen die Airlines das Fliegen so unkomfortabel wie möglich: Die Schnäppchenjäger dürfen sich vorab keine Plätze aussuchen; selbst Familien haben keinen Anspruch darauf, beisammen zu sitzen. 

Sie können nicht umbuchen oder stornieren, bekommen weder Upgrades noch Meilen, selbst wenn sie treue Vielflieger sind. Sie müssen allen anderen Passagieren beim Einstieg den Vortritt lassen. Und außer bei Delta sind die Handgepäckfächer tabu. „Das sind Tickets für Kunden, denen alles egal ist“, höhnt ein Insider der Luftfahrtbranche.

 

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