In den 50er-Jahren ließen sich viele Hollywoodstars hier Domizile bauen. Seither gilt Palm Springs als glamouröses Freilichtmuseum für Architekturbegeisterte.

Gleißend steigt vor der Terrasse die Mittagshitze an den San Jacinto Mountains empor und bringt die Luft über dem Coachella-Tal zum Flimmern; in Richtung Hang fällt der Blick durch die gläserne Badezimmerwand auf Naturfels und Wüstenpflanzen.

Die Badewanne ist in den Boden eingelassen und – wie die Armaturen und sonst alles im Haus – im feinsten Design der 60er-Jahre gehalten. Matt Tapscott öffnet einen Wandschrank. „Sehen Sie? Selbst hier neben der Wanne ist eine Bar mit einer Eiswürfelmaschine untergebracht.“

Tapscott ist Verwalter eines der berühmtesten Privathäuser der Welt, der Elrod Residence in der Wüstenstadt Palm Springs, zwei Autostunden von Los Angeles. „Manchmal scheint es, als wären die meisten dieser Häuser von ihren Besitzern nur gebaut worden, um mit Cocktails und Whisky-Sodas am Pool abzuhängen“, sagt Tapscott. Ganz unrecht wird er nicht haben.

Auch in der Villa des Schauspielers Steve McQueen, gleich nebenan, sind drei Bars eingebaut. Und einige Meter weiter unten liegt das Anwesen von William Holden, ebenfalls eines dieser Cocktail Houses, wie man die Villen nennt, die sich zahlreiche Hollywoodstars Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre in der Wüstenoase bauen ließen.

„Zu der Zeit galt trinken und rauchen eben noch als cool und smart“, so Tapscott weiter, „die Stars kamen aus Hollywood hierher, um sich zu entspannen und das Klima zu genießen. Damals waren sie auch noch vertraglich verpflichtet, sich nicht weiter als zwei Stunden von ihrem Arbeitsplatz zu entfernen, da kam ihnen Palm Springs gerade recht.“

Frank Sinatra, Bob Hope, Cary Grant – sie alle hatten hier ihre Häuser mit Pool und Bar. Und sie engagierten die namhaftesten Architekten ihrer Zeit, darunter John Lautner, der für den Innendesigner Arthur Elrod ein Haus entwarf. Berühmt wurde es durch eine Szene im Film „Diamantenfieber“, als James Bond darin von zwei weiblichen Schurken in Bikinis verprügelt wird.

Doch auch Frank Lloyd Wright, William F. Cody und die gebürtigen Österreicher Richard Neutra und Rudolph Schindler bauten hier, was die Wüstenstadt heute zu einer Art Freilichtmuseum für einen Architekturstil macht, der sich Modernismus oder Californian Mid-Century nennt.

Ein Leuchtturm dieser Architektur ist auch das Anwesen Sunnylands vor den Toren der Stadt, das A. Quincy Jones für den früheren US-Botschafter in London, Walter Annenberg, baute – ein lichter Tempel der Geradlinigkeit, umgeben von Wasser und getrimmten Grünanlagen. Queen Elizabeth, Bing Crosby, Truman Capote, Ronald Reagan und Michail Gorbatschow zählten zu den Gästen. Nach sorgfältiger Renovierung wird die Anlage im März wiedereröffnet und steht dann auch erstmals für geführte Touren zur Verfügung.

 

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