Lissabon – Reisebericht

Das Einchecken ging leider nicht reibungslos, da unser Zimmer noch nicht frei ist. Wir verstauen daher unsere Koffer im Treppenhaus und machen uns auf dem Weg in das Zentrum. Die Metro „Caravela“ hat direkt vor unserem Hotel eine Station und wir haben nur 5 Minuten bis in das Zentrum. Wir steigen zuerst am „Rossio“ aus. Dies ist der bekannteste Platz der Stadt und hier herrscht reges Treiben. Die Statue von König D. Pedro IV ist der offizielle Namensgeber dieses Platzes. Im Volksmund hat sich aber Rossio durchgesetzt. Hier sind einige sehr schicke und angesagte Cafes angesiedelt und es macht Spaß hier die Menschen zu beobachten.

Lissabon

Wir gehen weiter in Richtung „Elevador de S. Justa“. Dieser Elevador ist einer von vier alten Aufzügen dieses Zentrum, dass die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. Lissabon wird auch die 7 Hügel Stadt genannt. Wir wissen bald, warum. Dieser Aufzug wurde 1902 durch einen Schüler Gustav Eifels gebaut und führt 30 m in die Höhe. Oben angekommen belohnt ein Blick über die Stadt auf der Aussichtsplattform. Die Verbindung zur Oberstadt ist aktuell wegen Bauarbeiten ( Stand März 2005 ) geschlossen. Öffnungszeiten täglich 9-21 Uhr -- Metrostation: Baixa/Chiado -- Eintritt € 1,10.

Lissabon Tour 2005

Lissabon Tour 2005

In der Nähe des Rossio ist eine der vielen Kirchen von Lissabon gelegen. Die Kirche Sao Domingos. Von außen ist diese sehr unscheinbar. Wir gehen aber trotzdem hinein. Wir werden mit einem tollen und eigenwilligen Design dieser Kirche belohnt.

Lissabon Tour 2005

Nachdem es erst 15 Uhr ist beschließen wir noch an das andere Ende des Tejo Flusses mit der Fähre zu fahren und die Statue Christo Rei zu besichtigen. Wir gehen an die Fährstation Cais do Sodre“. Hierher fährt auch die Metro „Caravela“ Wir nehmen die Fähre an das andere Ende des Tejo und steigen dort in den Bus 101 zu der Statue Christo de Rei. Die Fahrt dorthin ist abenteuerlich, durch enge Gassen und verwinkelte Kurven. Dort angekommen haben wir noch ein paar hundert Meter zu laufen. Die Statue ist auf einem Hügel, mit einem tollen Ausblick auf Lissabon und die Brücke Ponte 25 de April.

Lissabon Tour 2005

Wir schießen einige Bilder der Brücke und der Statue und wollen noch auf die Aussichtsplattform fahren. Der Aufzug fährt 80 Meter in die Höhe. Die Statue selbst ist 28 m hoch und wurde 1959 eingeweiht. Öffnungszeiten täglich 9.30-18 Uhr -- Eintritt 3.- €.

Lissabon Tour 2005

Wir fahren denselben Weg wieder zurück und nehmen die Metro in Richtung Rossio. Heute Abend wollen wir typisch portugiesisch essen und haben deshalb noch etwas Zeit. In Portugal ist die Essenszeit zwischen 21 und 22 Uhr. Wir laufen deshalb noch in Richtung Hauptbahnhof und wollen diesen noch fotografieren. Direkt daneben, auf derselben Straßenseite befindet sich ein weiterer Aufzug, der „Elevador da Gloria“. Dies ist der meistgenutzte Aufzug der Stadt und seit 1885 in Betrieb. Wir entschließen uns aber den Weg zu laufen, was sich später als ein Fehler herausgestellt hat.

Lissabon Tour 2005

Mit etwas Mühe finden wir unser gewünschtes Restaurant, was ein Insidertipp unseres Reiseführers ist. Der weite Weg hat sich aber gelohnt. Wir entscheiden uns für Bacalhau, was das bekannteste und beste Fischessen in Portugal ist ( Stockfisch in 350 verschiedenen Variationen ).

 

 

 

Tag 2

 

Gestern hatten wir bereits die Doppeldeckerbusse mit offenem Oberdeck am Praca do Comercio gesehen und wollten diese Tour unbedingt heute machen. Wir haben uns für die blaue Tour entschieden, die nicht zum Expo-Gelände und Flughafen fährt. Wir wollen den Parque das Nacoes morgen mit der Metro aufsuchen. Die Tour kostet 14.- € und es kann beliebig an den jeweiligen Haltestellen ausgestiegen und mit dem nächsten Bus weitergefahren werden ( Drop-on / Drop-off ). Die Fahrt führt vorbei am Rossio, entlang der Avenida da Liberdade zum Marques de Pombal -- Platz. Marques de Pombal ist der Gründer der Stadt und hat hier sein Denkmal erhalten.

Lissabon Tour 2005

Die Fahrt geht weiter entlang der Stierkampfarena zum Parque Eduardo VII, der direkt oberhalb des Marques de Pombal -- Platzes liegt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Tejo.

Lissabon Tour 2005

Lissabon Tour 2005

Von oben gesehen rechts daneben liegt das Estufa Fria bzw. Estufa Quente. Das sind ein warmes und ein kaltes Gewächshaus, was durch ein Lamellenkonstruktion von der Sonne geschützt ist. Der Eintritt kostet 1,20 € und ist für Pflanzenliebhaber sehenswert.

Wir steigen wieder auf und fahren weiter auf der Tour, vorbei am Amoreiras Shopping Center. Dieser Hochhauskomplex umfasst 300 Läden, 55 Restaurants und 10 Kinos. Es ist durchgehend bis 24 Uhr geöffnet.

Auf der Weiterfahrt kommen wir zur Basilica de Estrela mit dem anliegenden Park „Jardim de Estrela“. Die weiße Kuppel der Basilica ist von weitem zu erkennen. Leider ist dort eben geschlossen worden und wir entscheiden uns morgen nochmals mit der Eisenbahn 28 hierher zu fahren.

Die Fahrt geht weiter in den Stadtteil Belem. Hier stehen die Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt und wir steigen deshalb am Torre de Belem aus. Dieses Bauwerk ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde als Denkmal für die Seefahrer erbaut, die von hier aus in See stachen um fremde Länder zu entdecken.

Lissabon Tour 2005

Direkt daneben liegt das Padrao dos Descrobimentos, dass den Aufbruch der Seefahrer in neue Welten darstellt. Das Denkmal wurde anlässlich des 500. Todestages von Prinz Heinrich dem Seefahrer 1960 errichtet.

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Direkt über der Strasse liegt das Hieronymus-Kloster ( Mosteiro dos Jeronimos ). Das meistbesuchte Bauwerk in Lissabon. Prunkstück des goldenen Zeitalters der portugiesischen Entdeckungen und Ruhestätte der großen Söhne des Landes. Seit 1983 Weltkulturerbe der Unesco. Sehenswert ist hier der Kreuzgang und die verschiedenen. teilweise auch wechselnden Ausstellungen in den Innenräumen. Viele Schülerklassen und Reisebusse, deshalb teilweise überlaufen. Eintritt 4,50 €

Lissabon Tour 2005

Die Stadtrundfahrt ist nach Rückfahrt zum Praca do Comercio zu Ende und wir wollen noch einen der Aussichtspunkte dieser Stadt zum Sonnenuntergang aufsuchen. Die Castelo de San Jorge liegt auf einem der sieben Hügel und wir fahren zuerst mit der Eisenbahn 28 ein Stück, bevor wir den Rest zu Fuss gehen (müssen).

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Die Aussicht auf die Stadt ist atemberaubend und nach Untergang der Sonne machen wir noch eine Besichtigung.

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Tag 3

 

Heute wollen wir den Parque das Nacoes besuchen. Die Weltausstellung 1998 war Bestandteil eines gigantischen Urbanisierungsprojektes. Wo früher ein heruntergekommenes Industriegelände den Blick auf den Tejo versperrte, entstand ein neuer Stadtteil. Die neue Ponte Vasco da Gama überbrückt das Strohmeer ( Mar de Palha ). Der neue High-Tech Bahnhof „Oriente“ ist das Mekka aller Architekten.

Lissabon Tour 2005

Besuchermagnet ist aber das europaweit größte Aquarium „Ocenario“. Der Pavilhao Atlantico wurde als Veranstaltungshalle für Konzerte und Sportevents gebaut. Die Halle fasst ca. 20000 Zuschauer.

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Zahlreiche Bars und Restaurants haben sich hier angesiedelt. Deshalb ist diese Gelände nicht nur tagsüber einen Besuch wert. Die moderne Shoppingmall liegt ebenfalls direkt auf diesem Gelände direkt hinter der Metrostation. Zahlreiche Labels und Boutiquen laden zum Shopping ein. Wir haben entschieden hier etwas entlang zu schlendern und einzukaufen.

Lissabon Tour 2005

Erst am späten Nachmittag fahren wir wieder zurück in das Zentrum. Wir wollen noch mit der Eisenbahn 28 zu einem der höher gelegenen Aussichtspunkte sowie zu zwei weiteren Kirchen fahren. Der Weg zu Fuß ist aufgrund der extremen Steigungen zu beschwerlich für uns. Wir fahren mit der Linie 28 los und treffen nach wenigen Minuten an der Kirche „Sao Vicente de Fora“ ein. Da hier eine Predigt gehalten wird, entscheiden wir uns gleich weiter zu gehen. Etwas höher gelegen und sehr gut versteckt, ist die Kirche „Igreja de Graca“, die aber leider geschlossen ist. Deshalb haben wir etwas mehr Zeit, die tolle Aussicht von einem der bekanntesten Punkte in Lissabon zu geniessen: „Miradouro da Graca“.

Lissabon Tour 2005

Wir fahren erst spät wieder in die Stadt zurück und wollen noch ein weiteres Mal portugiesisch Abend essen. Wir hatten wieder einen guten Tipp aus unserem Reiseführer und fanden ein kleines aber feines Lokal etwas abseits der normalen Touristenlokale.

 

 

 

Tag 4

 

An unserem letzten Tag haben wir noch einiges an Programmpunkte reingepackt. Wir starten früh, denn wir wollen zur Markthalle „Mercado da Ribeira“. Dort wird frisches Obst und Gemüse, sowie der frisch gefangene Fisch feil geboten. Es gefällt uns außerordentlich hier, da die Auswahl riesengroß ist und auch seltene Fischsorten verkauft werden.

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Nach einem zweiten Frühstück mit frischen Erdbeeren, gehen wir weiter. Direkt hinter der Markthalle befindet sich ein weiterer Aufzug. Der „Elevador da Bica“. Dies ist der kleinste der vier alten Aufzüge im Stadtkern. Dieser befindet sich gut versteckt in einer normalen Hausfassade. Von außen nicht zu erkennen. Wir fahren mit dem Elevador hinauf, denn dieses Erlebnis lassen wir uns nicht entgehen. Der Aufzug fährt die schmale Straße hinauf. Links und Rechts des Waggons ist nur wenig Platz. Fußgänger, die uns entgegen laufen, kommen aufgrund der Enge leicht in`s Schwitzen.

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Oben angekommen gehen wir wieder Richtung Baixa, bzw. wollen wir oberhalb des Elevador S. Justa noch zwei weitere sehenswerte Gebäude besichtigen. Zum einen ist es die Kirche „Igreja do Carmo“. Diese Kirche wurde bei einem Erdbeben fast völlig zerstört. Nur die Pfeiler der Portalbögen sind stehen geblieben. Hier finden im Sommer Open-Air Konzerte statt. Die Kirche ist auch vom Rossio aus gut zu erkennen. Leider können wir diese nicht besichtigen, da dort seit längerer Zeit gebaut wird. Aber auch ein Blick von außen ist sehr interessant.

Lissabon Tour 2005

Wir laufen zurück zur Metrostation „Baixa/Chiado“. Dort ist auch eine Haltestelle der Eisenbahn 28. Die Electrico ist über 100 Jahre in Betrieb und ächzt mit langsamen Tempo die teilweise steilen Berge hinauf. Für den Betreiber lohnen sich die historischen Vehikel kaum. Die einfache Fahrt kostet 1,10 €. Die traditionsbewussten Lisboetas kämpfen aber um den Erhalt. Wir fahren nochmals in westliche Richtung und wollen die Kirche „Baslica de Estrella“ besuchen, die wir gestern nur geschlossen angetroffen haben. Nach kurzer aber abenteuerlicher Fahrt kommen wir an.

Lissabon Tour 2005

Dieses mal kommen wir auch hinein, da wir etwas früher als gestern dran sind. Die erneute Reise hat sich gelohnt, denn wir bekommen eine besonders schöne Kirche zu sehen. Sie wurde 1777 durch die damalige Königin aus Dankbarkeit für die Geburt eines Thronfolgers gestiftet. Öffnungszeiten 9-12.30 und 15-18 Uhr.

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Wir fahren weiter mit der Electricio bis zur Endhaltestelle Friedhof „Cemiterio dos Prazeres“. Dieser Friedhof wurde 1833 angelegt und er ist eine Fahrt dorthin wert. Prächtige Mausoleen und bescheidene Grabstätten liegen dicht beieinander. Öffnungszeiten Sommer 9-18 Uhr, Winter 9-17 Uhr.

Lissabon Tour 2005

Wir fahren mit der Electrico wieder zurück zum Zentrum und starten noch eine kleine Wanderung zum „Casa dos Bicos“, nähe des Praca de Comercio. Das Haus der Spitzen verdankt seinen Namen der außergewöhnlichen Fassade aus spitzen Steinquadern.

Lissabon Tour 2005

Wir laufen nochmals zurück zum Rossio und wundern uns warum es hier heute so voll und laut ist. Als wir den Platz erreichen, wissen wir warum. Heute findet eine UEFA-Pokal Spiel zwischen dem FC Middlesborough und Sporting Lissabon statt und die Engländer habe den Rossio eingenommen. Zum Glück bleibt aber alles soweit friedlich. Heute Abend wollen wir uns noch eine der bekannten Cervejerias anschauen. Das sind beliebte Bierlokale, wo es auch eine Kleinigkeit zu Essen gibt ( Tapaas ). Wir haben uns das Cervajeria da Trinidada näher der Metrostaton Baixa/Chiado ausgesucht. Dieses Lokal ist eine ehemalige Klosterkirche, im Sommer sogar mit einem schattigen Biergarten.

Lissabon Tour 2005

Anschließend gehen wir noch in ein kleines, gemütliches Fischlokal in der Nähe der Cervejaria.

 

 

 

Fazit

 

Highlights ( nicht nach Wertigkeit sortiert )

Christo Rei -- Statue gegenüber der Stadt am Tejo 
Castel de Sao Jorge -- Tolle Burg und eine atemberaubende Aussicht
Electricio 28 -- Die spannendste Fahrt in einer Straßenbahn
Alle Elevadors -- Die Aufzüge gehören zum Pflichtprogramm
Tapas-Bars -- Die kleinen Bars und Restaurants, etwas außerhalb des Trubels
Parque dos Nacoes -- Der krasse Gegensatz zu den alten Stadtkern sind die extravaganten Bauten der Expo

Fazit dieser Reise

Lisboa ist eine Reise wert. Es sollten aber mindestens 4-5 volle Tage sein, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Die Stadt ist sehr schwer mit dem Auto zu besichtigen. Macht auch nicht wirklich Spaß in diesem Verkehrschaos zu fahren. Ein Hotel würden wir nie im Zentrum buchen. Die Preise sind einfach zu hoch. Ein Hotel in Metronähe etwas außerhalb ist weitaus günstiger und man ist auch in 10 Minuten im Rossio. Einkaufen ist in Portugal günstig, vor allem einheimische Produkte wie Schuhe oder die Marke „Zara“.

 

 

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