Miniklinik.de – Eine traurige Geschichte zu einem tollen Auto

 

Im Sommer 2008 haben wir uns entschieden einen Mini Classic zu kaufen. Da wir bereits mehrere Mini Hatch und einen Clubman gefahren haben, sollte es jetzt ein Classic also einer bis Baujahr 2000 sein. Wir schauten uns deshalb auf Mobile.de um und fanden nach relativ kurzer Zeit einen Händler der zwei Minis hatte die uns gefielen. Da dieser in Frankfurt war ist die Anfahrt auch nicht zu lang.

An einem Samstag machten wir uns auf den Weg. Die Miniklinik sah nach einer richtigen Werkstatt für Minis aus. Die Werkstatt selbst zwar etwas chaotisch aber irgendwie auch charmant. Der Inhaber Karl-Heinz Euler wirkte kompetent und wusste sein Minis zu verkaufen. Wir wurden uns einig dass es einer der beiden Minis die wir in der Auswahl hatten werden würde. Während der Probefahrt haben wir leichte unnatürliche Geräusche festgestellt die wir reklamierten. Herr Euler versicherte dieses „Problem“ bis zu unserer Abholug gelöst zu haben und er fügt hinzu dass dieses Auto ja schon einige Jahre alt ist. Zusätzlich würden wir ja eine Garantie von einem Jahr auf Motor und Anbauteile erhalten. Nach der Probefahrt haben wir noch am Preis verhandelt, das ein oder andere am Fahrzeug reklamiert, was noch korrigiert werden musste und vereinbart dass wir in der nächsten Woche das Fahrzeug abholen werden.

Der Kaufvertrag wurde unterschrieben, 1000 € wurden angezahlt und alles schien gut. Die ersten Wochen nach dem Kauf verliefen recht gut, das Fahrzeug lief nahezu rund und es gab nicht zu bemängeln. Eines Tages fuhr Birgit zur Arbeit und das Auto ging unverhofft einfach aus. Nach einer kurzen Pause sprang es dann aber immer wieder an. Dies wiederholte sich die nächsten Tage immer wieder. Das bei der Probefahrt aufkommende Geräusch war immer noch vorhanden bzw. wurde sogar stärker. 

Als uns das zu bunt wurde gingen wir zu einer Werkstatt im Ort um das prüfen zu lassen. Es war wohl nicht so einfach, es könnte aber an der eingebauten Wegfahrsperre liegen. Keine Lösung in Sicht. Also schauten wir weiter bis wir im Oktober 2008 das Auto zu British Car GmbH nach Stuttgart brachten um es anschauen zu lassen. Nach einem ersten Check wurden uns weitere Mängel aufgezeigt die dringend behoben werden musste. Unter anderem wurde die Kupplung angesprochen die nicht mehr lange funktionieren würde. Am Getriebe stimmte was nicht, die Spurstangen waren durchgeschlagen, die Bremsen und das Fahrwerk im Eimer. Was uns aber viel mehr irritierte war die Aussage des Werkstattmeisters dass hier jemand am Werk gewesen wäre der von dem Geschäft keine Ahnung hatte da einfach zu viele Dinge unprofessionell behoben wurden.  Der Kostenvoranschlag belief sich auf ca. 3.500 €. Das hatten wir für den Mini auch bezahlt. 

Wir dachten uns zuerst, das kann ja nicht sein, und haben darauf Miniklinik kontaktiert und dann nahm das Dilemma seinen Lauf. Herr Euler antwortete auf unsere Email erst nach der Erinnerung und das auf eine recht arrogante Art. Er verwies darauf dass wir ja den Mini fast 1000 € günstiger bekommen hätten und das die Mängel abdeckt. Des weiteren verwies er darauf dass es für ihn ein Kommissionsgeschäft war. Was immer das auch für uns bedeuten soll. Hier das Antwortschreiben zu unserer freundlichen Anfrage:

 

Email Euler

 

 

Es stellte sich ferner heraus dass Herr Euler dieses Fahrzeug privat verkaufte und nicht unter Miniklinik und es somit keine Garantie oder Gewährleistung gibt obwohl dies auf dem Kaufvertrag steht. Da konnte Herr Euler großzügig unserer Bitte nachkommen das noch zu vermerken weil er genau wusste dass es sowieso nichts bringt. Wir hatten diese „Unregelmäßigkeit“ nicht bemerkt, weil wir immer dachten wir kaufen bei Miniklinik. Das ist im übrigen die Masche auch bei Mobile.de. Hier stehen alle Fahrzeug unter Privatverkauf. Wir hatten Mobile.de angeschrieben und wir wurden darauf verwiesen dass Herr Euler als Privatanbieter arbeitet. 

Interessant fanden wir auch dass der TÜV-Bericht als die Hauptuntersuchung direkt vor der Übernahme des Fahrzeugs durch uns nur geringe Mängel ausweiste. Erst sehr viel später kam der Verdacht durch einen anderen Geschädigten auf dass der GTÜ-Prüfer „geschmiert“ wird. 

Im Oktober 2008 haben wir uns dazu entschieden die Reparatur des Mini bei British Car GmbH durchführen zu lassen. Uns war das Risiko einfach zu groß mit diesen Mängeln weiter auf öffentlichen Straßen zu fahren. 

Nachdem alle Forderungen und Fristsetzungen an die Miniklinik bzw. an Herrn Euler zu keinem Ergebnis führten haben wir uns im November 2008 entschieden einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Unser Anwalt verfasste daraufhin ein Schreiben an Herrn Euler im März 2009 und ermahnte ihn zur Antwortpflicht im Juli 2009 mit gleichzeitiger Klage. 

Auf diese Klage hat weder Herr Euler noch ein Rechtsanwalt reagiert und somit hat unser Anwalt im November 2009 ein Versumnisurteil beim Amtsgericht Frankfurt erwirkt und es besteht ein Verhandlungstermin am 01.12.2009. Nach der Verhandlung, bei der Herr Euler durch Abwesenheit glänzte, erwirkte unser Anwalt einen Zwangsvollstreckungsauftrag über ca. 3800 €. 

Im Januar 2010 erreicht uns dann eine Klageabweisung des Rechtsanwalts von Herrn Euler mit der Begründung dass er dieses Auto als Privatmann verkauft hatte aber bei der Miniklinik auch angestellt sei. In den nächsten Monaten passiet nicht viel. Wir versuchen herauszufinden wer der Inhaber die Miniklinik ist und verlangen Gewerbeauskunft. 

Ein Vermögensverzeichnis wird angefordert dass aussagt dass Herr Euler eigentlich nichts hat. Nicht mal eine Rente, kein festes Gehalt und kein Eigentum. Ob das stimmt ?

Im April 2010 erhalten wir die Nachricht dass weitere Gläubiger eine Zwangsvollstreckung anstreben. Es ist also nicht so dass unser Fall ein Einzelfall ist. Leider finden wir im Netz niemanden der darüber berichtet und den wir dazu befragen können. 

Im Juni 2010 erhalten wir die Nachricht dass eine Pfändung leider erfolglos war und der derzeitige Inhaber ein Hr. Peter Kopp sein soll, der aber in diesem Zeitraum seinen festen Wohnsitz in der JVA Frankfurt hatte. Im August 2010 hat unser Anwalt den gegnerischen Anwalt informiert, dass versucht wurde zu pfänden und wir anstreben eine Strafanzeige zu stellen wenn Herr Eulker bzw. Miniklinik nicht einlenkt. 

In 2011 wird immer wieder versucht durch einen Gerichtsvollzieher an das Geld zu kommen aber Herr Euler scheint mehrfach umzuziehen und ist an diversen Adressen unbekannt verzogen. Mehrere Zwangsvollstreckungen laufen ebenfalls ins Leere bis im Juli 2013 unsere Rechtsschutzversicherung es selbst versuchen will um die Kosten für unseren Anwalt einzudämmen. Leider bleibt dieser Versuch auch erfolgos und wir geben so langsam die Hoffnung auf. 

Als wir im April 2014 eine Email eines weiteren Geschädigten erhalten und er das gleiche zu berichten weiß entschließen wir uns diese Akte wieder aus der Versenkung zu holen um zu schauen ob wir vielleicht gemeinsam  was hinbekommen. 

 

…. stay tuned. To be contiunued

 

Sollten bis jetzt schon Fragen aufkommen oder Sie ebenfalls ein Betroffener sein so können Sie sich auch gerne jetzt schon bei uns melden. Einfach die Kontaktseite auf diesem Blog benutzen.

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